Abtsdorf / Ţapu / Csicsóholdvilág

Dorf und Kirchenburg
Der sächsische Ortsteil reiht sich entlang der Straße nach Schorsten. In der neueren Zeit entstehen die Ortsteile der Rumänen und Roma hinter dem Burgberg. Dem Namen und den ersten Urkunden nach war Abtsdorf Eigentum der Egrescher Abtei im Banat. Erstmals wird ein Priester 1309 erwähnt. Zwischen 1319 und 1500 war das Dorf Grundherrschaft der Zisterzienserabtei Egresch. Zusammen mit Donnersmarkt, Scholten und Schorsten bildete Abtsdorf eine verwaltungsmäßige Einheit, die sich lose an den sächsischen Rechtsverband der Sieben Stühle anlehnte. Nach Auflösung der Abtei durch die Kurie in Rom werden die Dörfer dem Tschanader Bistum im Banat einverleibt. In der Nachfolgezeit wechseln die Besitzer des Ortes mehrmals, bis Maria Theresia 1772 Abtsdorf an den Grafen Michael Teleki verpfändet. Dadurch gerät der Ort in die Verwaltung rücksichtloser Gutsverwalter. Nach Auflösung der Leibeigenschaft verliert die Gemeinde wegen ausstehendenr Steuern die Hälfte des Grundbesitzes an die Familie Teleki. Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert erholt sich die Dorfgemeinschaft wirtschaftlich.

Kirchenburg
Vor der Mündung des Schorstener Bachs in die Große Kokel steht auf einem die Ortschaft beherrschenden Ausläufer des Zekesch-Hochlands die evangelische Kirche von Abtsdorf. Die Entstehung der turmlosen Saalkirche mit polygonalem Chorschluss reicht ins 14. Jahrhundert zurück. Die Bogenfelder der Chorfenster sind mit Vierpassmaßwerk versetzt. An der ovalen Umfassungsmauer gab es vormals einen hölzernen Wehrgang, an der Innenseite Vorratskammern. Westseitig erhebt sich ein dreigeschossiger Torturm mit Walmdach, an der Nordseite gibt es einen Eingang für Fußgänger. Im Turm hängt eine Glocke aus dem Jahre 1623. Die Ausstattung der Kirche stammt größtenteils aus der Barockzeit.

Sakramentnische
An der Nordchorwand befindet sich eine gotische Sakrament Nische.

 

Text: M. Rill
Fotos: G. Gerster, A. Kloos