Arbegen / Agârbiciu / Szászegerbegy

Dorf und Kirchenburg
Arbegen liegt an der Mündung des Schaaler Bachs in die Weiß. Zwei Gassen führen in nördlicher Richtung entlang des Weißbaches, zwei andere nach Südosten, entlang des Schaaler Bachs. Die Kirchenburg erhebt sich auf einer Anhöhe im Osten des Weichbildes. Arbegen wurde erst im 13. Jahrhundert durch deutsche Kolonisten gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1357, als freie Gemeinde im Schelker Stuhl. Arbegen ist heute eine Ortslage zu Frauendorf im Landkreis Sibiu. Das erste Steuerverzeichnis von 1516 zählt in Arbegen 55 Hauswirte, zwei Witwen, zwei Hirten und einen Müller. Im 16. Jahrhundert vernichtete ein Großbrand den größten Teil des Baubestandes. Der wirtschaftliche Aufschwung begann erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Gründung des Raiffeisenvereins und die Durchführung der Flurbereinigung. Hauptbeschäftigung war der Ackerbau, der Weinbau und in geringerem Maße der Hanfanbau.

Kirchenburg
Die Saalkirche mit fünfgeschossigem Vierungsturm über dem Chorquadrat, mit Vorhalle auf der Westseite und Sakristei auf der Südseite, erhielt nachträglich ein Wehrgeschoss über dem Chor. Spätere Umbauten, wie der Barockgiebel der Westfassade und die Westempore veränderten das Innere und Äußere des Sakralbaus. Im Glockenturm hängen drei vorreformatorische Glocken. Anfang des 16. Jahrhunderts vervollständigte eine einfache Ringmauer die Anlage. Der Torturm mit der tonnengewölbten Einfahrt trägt ein Pultdach; angebaut wurde das Fruchthaus mit der Speckkammer.

Evangelische Kirche
Das heutige Aussehen des Sakralbaus geht auf die Umbauten aus dem 15. Jahrhundert und von 1845 zurück. Dabei wurden die Wehrelemente an der Kirche zurückgebaut. Das Langhaus erhält ein einfaches Tonnengewölbe mit Stichkappen, über dem gesamten Bau wird ein neues Dach aufgeführt und die Westfassade bekommt ihre spätbarocke Form.

Glockenturm
Ähnlich wie in Frauendorf erhebt sich der vormalige Wehrturm, heute fünfgeschossige Glockenturm über dem Chorquadrat. Im vierten Obergeschoss befindet sich die Glockenstube mit zwei mittelalterlichen Glocken. Auch über dem Chor baute man ein Wehrgeschoss, das auf Bögen der verlängerten Strebepfeiler ruht.

Innenansicht
Das Langhaus deckt heute ein einfaches Stichkappengewölbe, ein spitzbogiger Triumphbogen öffnet sich hin zum Chorraum. Die Kanzel steht auf der Südseite, der Schalldeckel ist barock. Der Chor bewahrt noch sein ursprüngliches Kreuzgratgewölbe.

Altar
Der Aedikula-Altar stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das Mittelbild zeigt eine Kindersegnung, flankiert von Säulenpaaren und je eine Apostel Statue. Das obere Bild stellt eine Himmelfahrt dar.

Eingangstür zum Torturm
Die Eingangstür zum Torturm aus massivem Eichenholz ist mit Eisenbändern in Kreuzform beschlagen. Zwischen den Bändern sind landwirtschaftliche Geräte befestigt.

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Text: M. Rill Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos