Baassen / Bazna / Felsőbajom

Dorf und Kirchenburg
In einem südlichen Seitental der Kleinen Kokel entfalten sich zwei Straßenzüge entlang des Blauwaschgrabens. Während der Regierungszeit des ungarischen Königs Stephan V. (1270-1272) befand sich der Ort im Besitz des Sohnes des Grafen Bozouch. Baaßen war demnach eine untertänige Gemeinde im Kokelburger Komitat. Wie seit der ersten urkundlicher Nennung im Jahr 1302 bekannt, gibt dieser den Ort weiter an das Weissenburger Kapitel. Der vormals adlige Grundbesitz erlangte seine Freiheit erst 1359. Seit diesem Datum befindet sich Baaßen mit der Nachbargemeinde Wölz in eine Auseinandersetzung wegen eines Waldstücks, der über Jahrzehnte andauert. Baaßen gerät erneut 1412 in eine Auseinandersetzung mit Bonnesdorf und Wölz, der 1415 von den Zwei Stühlen bis vor den König Sigismund nach Konstanz am Bodensee vorgetragen wurde. König Sigismund entscheidet zugunsten von Baaßen. 1516 lebten in der Gemeinde 82 Hauswirte, drei Witwen, zwei Hirten und ein Schulmeister. 1588 begann erneut ein Flurstreit zwischen Wölz und Baaßen, der erst 1850 beigelegt wurde. Seit 1672 sind Erdgasvorkommen bekannt, seit dem 18. Jahrhundert Heilwasserquellen. Baaßen hatte 1930 1.776 Einwohner waren 1.149 Deutsche. In der Gemeinde Baaßen und den Teilorten Bonnesdorf und Wölz lebten 2011 nach der letzten Volkszählung 3.792 Einwohner, davon sind 29 Deutsche.

Kirchenburg
Auf einem Bergrücken östlich der Ortschaft steht die Kirchenburg. Der Vorgängerbau, eine romanische Basilika, wurde Anfang des 15. Jahrhunderts von einem spätgotischen, turmlosen Sakralbau ersetzt. Gleichzeitig entstehen über dem Chor ein dreigeschossiges Wehrgeschoss und eine ovale Ringmauer. Der Torturm ist gleichzeitig auch Glockenturm, die Nordseite schützt ein Fruchtspeicher mit Schießscharten.

Südansicht der Kirchenburg
Auf der Südseite der Kirchenburg erhebt sich der Tor- und Glockenturm, das Obergeschoss führt die Bezeichnung Altes Rathaus. Unter seinem Turmhelm mit drei mittelalterlichen Glocken liegt der Wehrgang auf Hängeböcken.

Innenansicht zum Altar
Mit dem Bau der turmlosen Saalkirche wurde schon in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begonnen. Seine heutige Form erhält der Sakralbau zwei Jahrhunderte später. Aus der Spätgotik und dem Barock stammt größtenteils die Innenausstattung. Im Chor steht der imposante Altar von 1791. Korinthische Säulen tragen den Ädikula-Aufbau und umrahmen das Mittelbild. Das Gemälde stellt Jesus in einem Tempel predigend dar.

Innenansicht zur Orgel
Hermannstadt niedergelassene Johannes Hahn baute 1757 auf der gemauerten Westempore eine ältere Orgel um, wobei er die Windlade und ein Teil des Pfeifenwerkes behielt. In der Amtszeit des Pfarrer Petrus Traugott Brecht fasste 1780 der Mediascher Maler Stephan Valepagi das Prospekt farbig und errichtete 1781 die Kanzel.

Hl. Nikolausglocke
Die lateinische Inschrift erwähnt das durch den Klang der Glocke, die gewitterbringenden Winde gebrochen werden und die Gemeinde so vor Schaden bewahrt würde. Drei Medaillons, ein hl. Apostel am Pult sitzend, der Gekreuzigte mit den beiden Marien und der König mit Zepter und Reichsapfel begrenzen die Inschrift. In einer Schäßburger Glockengießerei entstand die Glocke in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Orthodoxe Marientodkirche
Die Saalkirche mit westlichen Glockenturm wurde 1787 errichtet. In der Zeit des Ortspfarrers Tilea Dănilă erhielt der Sakralbau 1837 ihr heutiges Aussehen.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos