Bonnesdorf / Boian/ Alsóbajom

Dorf und Kirchenburg
Das Straßendorf liegt an einem Hang, der nach Norden zum Bach abfällt. Das Dorf war bis 1447 Besitz der Kokelburg, demnach waren die Bewohner Burghörige im Kokelburger Komitat, danach Grundherrschaft ungarischer Adlige. Um 1488 vergab König Matthias I. Corvinus die Kokelburg samt Bonnesdorf dem Fürsten der Moldau, Stefan der Größe. Im 18. Jahrhundert erscheinen bis 1848 erneut Adlige als Besitzer. Verwaltungsmäßig war es im Mittelalter im Kokelburger Komitat, seit der Gebietsreform von 1968 Ortsteil der Gemeinde Baaßen im Landkreis Hermannstadt.
Kirchlich war Bonnesdorf im Mittelalter von der Gründung an im Kleinkokler Diakonat und ab 1565 dem Bulkescher Kapitel, heute ist es eine Diasporagemeinde im Mediascher Kirchenbezirk.

Kirchenburg
Das Straßendorf entwickelte sich auf einem flachen Gelände. Die ellipsenförmige Rückversetzung der beiden Häuserfronten ergab in der Ortsmitte einen Dorfplatz. Hier steht die Kirchenburg mit ihrem prägenden Glockenturm und auf der Südseite des Dorfplatzes steht die ehemalige deutsche Schule. Südlich des sächsischen Weichbildes entwickelten sich der rumänische Ortsteil und eine kleine Siedlung der Roma.

Evangelische Kirche
Die turmlose gotische Saalkirche mit geradem Chorschluss wurde der Überlieferung nach 1402 fertiggestellt. Der Sakralraum von ungewöhnlicher Größe ist über das Nord-, Süd- und Westportal zugänglich. Ursprünglich trug der Chor ein Kreuzgewölbe und das Langhaus eine Flachdecke. Als um 1488 Bonnesdorf an den Fürsten Stefan der Große kam wurde über dem Nordportal das Wappen der Moldau angebracht. Der Auerochsenkopf führt zwischen den Hörnern Gestirne: Mond, Sonne und Stern.

Innensicht der evangelischen Kirche
Im Zuge der Wehrbarmachung erfährt der Innenraum Veränderungen. Wandpfeiler werden nachträglich im Langhaus eingezogen, die stützen ein spätgotisches Gewölbe, das nach dem Erdbeben von 1880 durch eine Flachdecke ersetzt wurde. Die Nordwand des Saales führt eine Empore, die Westseite die Orgelempore. An dem spitzbogigen Triumphbogen hängt die Kanzel mit barocker Bekrönung.

Sakramenthaus
An die Nordwand des Chores ist das nahezu vier Meter hohe Sakramenthaus angebracht. Es entstand um 1500. Auf den Ständer und Sakramentnische mit Eisengittertürchen folgen die Bekrönung, aus einander überschneidende Kielbögen und Fialen mit Kreuzblumen, die in einen Spitzhelm übergehen.

Die südliche Außenwand des Torturmes führt über der Einfahrt das moldauische Wappen.
Die nördliche Außenwand des Torturmes führt wiederum das moldauische Wappen.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos