Bussd / Buzd / Szászbuzd

Dorf und evangelische Kirche
Am einem südlichen Zufluss, dem gleichnamigen Bach, der in die Große Kokel mündet, entwickelte sich die ursprünglich deutsche Siedlung ab dem 13. Jahrhundert. Kirchlich gehörte der Ort zum Mediascher Kapitel und ist heute im Mediascher Kirchenbezirk. Verwaltungsmäßig war Bussd eine freie Gemeinde im Mediascher Stuhl und ist heute eine Ortslage zum Gemeindezentrum Pretai im Landkreis Sibiu. Die erste urkundliche Erwähnung ist 1356, als der Einwohner „Hengli“ genannt wird. 1516 lebten im Ort 30 Hauswirte, sechs Witwen, zwei Hirten und ein Schulmeister. 1532 verdoppelte sich die Anzahl auf 61 Hauswirte. Die zwei bachbegleitenden Gassen vereinigen sich im Nordwesten zu einer Gasse entlang eines Weges, der ins Tal der Großen Kokel führt.

Kirchenburg
Auf einem Abhang im Osten der Häuserzeile liegt die Kirchenburg. Der älteste Teil der Kirche ist der Chor aus dem 14. Jahrhundert. An den Chor wird nachträglich ein Langhaus mit einem gotischen Portal angebaut. Am Beginn des 16. Jahrhunderts schritt die Gemeinschaft zur Befestigung des Sakralbaues. Wegen der Hanglage entschieden sich die Baumeister zu einer originellen Lösung. Um die Anlage wird eine unregelmäßige Ringmauer gelegt. Auf der Westseite befand sich ein Wehrturm und im Nordosten (1890 eingestürzt), gegenüber vom Wehrgeschoss, ein Torturm.

Wehrgeschoss über dem Chor
Über dem Chorraum wird ein dreigeschossiges Wehrgeschoß aufgeführt. Schlanke Strebepfeiler mit Rundbögen tragen das Wehrgeschoss mit steilem Walmdach. Den Zugang ermöglichte ein Treppentürmchen auf der Südseite.

Westportal
Die Gewände des dreifach gestaffelten Westportals sind in einen Risalit gesetzt. Von dorischen Basen erheben sich drei Birnstäbe zwischen Hohlkehlen, die ein Kapitellfries stützt. Das Fries ziert ein fein gearbeitetes Eichenlaubmotiv.

Aufgang zur Kirchenburg
Eine stelle, holzverschalte Treppe führt vom Pfarrhaus den Westhang hinauf zur Kirchenburg. Ähnlich wie der Treppenaufgang zur Bergschule in Schäßburg, wurde der Treppenzugang zur Kirchenburg überdacht.

Chorgestühl
Das fünfsitzige Chorgestühl ist 1714 datiert

Altar
Die Kirchengemeinde ließ den neuen barocken Altar 1778 aufstellen. Vom Vorgängeraltar hat sich noch die Platte der Mensa erhalten, die als Fußbodenbelag verwendet wurde. Barocke Säulen rahmen den Altarschrein mit einer Kruzifixplastik. Die Statuen Paulus und Moses sind abhandengekommen. Im oberen Register ist eine Agnus Dei Darstellung.

Orgel
Bereits im 18. Jahrhunderts stand in der Kirche ein Orgelpositiv vom Hermannstädter Johannes Hahn. Das heutige Musikinstrument fertige der Birthälmer Orgelbauer Samuel Maetz 1823 für die Kirchen in Bross. Die Bußder erwarben die Orgel 1904.

 

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos