Elisabethstadt / Dumbrăveni / Erszébetváros

Flugaufnahme
Am rechten Ufer der Großen Kokel entwickelte sich die ursprünglich deutsche Siedlung, genannt Eppeschdorf im Schatten von Mediasch und Schäßburg. 1415 kam es in den Besitz der Adelsfamilie Apafi, die ihre Residenz 1552 im Renaissancestil errichtete. Erst nach dem sich seit 1671 aus dem Fürstentum Moldau Armenier niederließen, wurde Elisabethstadt zum bedeutenden regionalen Handelszentrum und zur königlichen Freistadt. Wein- und Wollhandel brachten Wohlstand in die Stadt. Als Kaufleute erhielten die Armenier zahlreiche Privilegien, wurden aber bald von der ungarisch sprachlichen Bevölkerung assimiliert. Zählten sich anlässlich der Volkszählung von 1930 noch 689 Einwohner zu den Armeniern, sind diese in der letzten statistischen Erhebung nicht mehr festgehalten. 2011 lebten in der Stadt 7.388 Einwohner, davon bezeichneten sich 69 als Deutsche.

Armenische Kathedrale Hl. Elisabeth
Die armenische Gemeinde baute in den Jahren 1766-1783 die armenisch-katholische Kirche und das Kloster im barocken Stil. Sie prägt heute noch den Marktplatz.

Blick zum Chor
Die Innenausstattung der Kirche datiert aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Den Hauptaltar und die Statuen des Hl. Kreuz Altars schuf der siebenbürgische Künstler Simon Hoffmayer 1787. Josef Csűros und Mátyás Veress führten die Wandgemälde aus. Am 28. Juni 1791 weihte Bischof Ignatius Batthyány den Sakralbau. 1927 wurde der Turmhelm des nördlichen Fassadenturms von einem Unwetter zerstört und nicht mehr aufgebaut.

Evangelische Kirche
Ein erster Kirchenbau mit dem Patrozinium Hl. Georg bestand bereits im 15. Jahrhundert. Die Fundamente dieses gotischen Sakralbaues wurden 1988 freigelegt. Demnach handelte es sich um eine Saalkirche mit eingezogenem Chor, ohne Glockenturm. Die heutige evangelische Kirche, eine Saalkirche mit Glockenturm, entstand 1771 als römisch-katholische Privatkapelle von Theodor Török. Die evangelische Kirchengemeinde erwarb diese 1925 und baute sie um.

Wohnhaus
Nach Wiener Vorbildern bauten die wohlhabenden Bürger ihre Wohnhäuser. Ein Spitzgiebelrisalit dominiert die Fassade, über dem Fenster ist das Wappenschild der Familie angebracht.

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Text: M. Rill, Fotos: M. Rill