Frauendorf / Axente Sever / Asszonyfalva

Flugaufnahme
Auf dem rechten Ufer des Weißbaches entstand der Ort als Grundherrschaft der Familie Apafi. Erst 1516 ist Frauendorf eine freie Gemeinde im Mediascher Verwaltungsbezirk. 1532 steigt die Anzahl der Hauswirte auf 84. Mehrere Gemarkungsstreite gab es mit den Nachbaraorten Kleinkopisch und Arbegen. Während des 18. Jahrhundert erfährt die Gemeinde einen Niedergang. Erst als durch eine Initiative von Carl Wolff die ersten Raiffeisenvereine in Arbegen, Frauendorf und Großscheuern gegründet werden, beginnt in Frauendorf ein wirtschaftlicher Aufschwung. In der Folgezeit werden mehrere Gemeinschaftsbauten neu errichtet.
1880 steigt die Einwohnerzahl auf 1.424 Personen. Die Volkszählung 1930 ermittelt in Frauendorf 933 Deutsche von 1.742 Bewohner. Im Gemeindevorort lebten 2011 3.690 Einwohner, davon 20 Deutsche.

Kirchenburg Frauendorf
Auf der östlichen Terrasse des Weißbachs, an der Kreuzung zweier Straßen, entstand auf dem Dorfplatz die Kirchenburg. Wohn- und Fruchtkammern schmiegen sich an die Innenseite des ovalen Berings, abgedeckt durch ein Pultdach. Der Torturm gewährt Einlass von Osten her.

Blick auf die Kirchenburg
Die gotische Saalkirche mit dreigeschossigem Vierungsturm über dem Chorquadrat stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Zuge der Befestigung erhielt die Kirche über Schiff und Chor ein Wehrgeschoss mit Wehrgang, Schießscharten und Gusserkern. Die Innenausstattung der Kirche stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert.

Innenansicht
Durch einen kleinen Vorbau auf der Nordseite der Kirche erreicht man den Innenraum. Die Südseite trägt eine Empore, die nur über den Turmaufstieg erreichbar ist. Die Ausstattung ist schlicht, der Ädikula-Altar stammt von Stephan Valepagi aus dem Jahr 1777. Das Hauptbild stellte den gekreuzigten Christus dar, zu dessen Füßen Maria, seine Mutter, und der Jünger Johannes. Rechts und links rahmen je zwei korinthische Säulen, in den Nischen die Apostel Paulus und Petrus.

Kirchensaal
Im Westen des Saales wurde eine gemauerte Empore für die Aufnahme der Orgel errichtet. Die Brüstung verziert eine Barockmalerei. 1777 baute der Hermannstädter Orgelbauer Johann Hahn eine Barockorgel, die 1926 von der Temeswarer Firma Wegenstein 1926 zu einer pneumatischen Orgel umgebaut wurde..

Heimatmuseum
Nach der Restaurierung der Kirchenburg wurde in mehreren ehemaligen Vorratskammern ein Heimatmuseum eingerichtet.

 
.

Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos