Magarei / Pelişor / Magaré

Dorf und Kirchenburg
Magerei liegt an der Landstraße
, die Mediasch mit Agnetheln verbindet. Die zwei rechtwinkligen Gassen führen entlang eines Baches, der in den Harbach mündet. Magerei wurde erstmals 1357 urkundlich erwähnt. Der Ort befand sich im Besitz der Alzener Gräfen. Da diese ohne Nachkommen verstarben, geht er in königlichen Besitz über und danach in Adelsbesitz. Um 1500 erlang der Ort seine Freiheit und wurde dem Leschkircher Stuhl zugeordnet. Magerei hatte im Mittelalter eine geringe Einwohnerzahl, 1532 wurden 52 Hauswirte, ein Schulrektor und zwei Hirten gezählt. Mit dem mächtigen Birthälm gab es vielfach Streitigkeiten, weil die Magereier Gemarkung zu klein war und die Einwohner genötigt waren, ihre Weinberge auf der Birthälmer Gemarkung anzulegen. Im 17. Jahrhundert erfolgte eine Abwanderung der Bevölkerung, die die Nationsuniversität bewog, den Einwohnern zu verbieten, den Ort zu verlassen. Im folgenden Jahrhundert vernichtete ein Großbrand den Häuserbestand nahezu gänzlich. Heute gehört das Dorf zur Gemeinde Bürgisch und zählt knapp 500 Einwohner. Derzeit befindet sich im evangelischen Pfarrhaus ein Gästehaus. Im Jahre 1850 hatte Magerei 888 Einwohner. 1930 wohnten im Ort 1.059 Personen, davon waren 671 Rumänen, 375 Deutsche und 13 Ungarn.

Kirchenburg
Um die kleine turmlose gotische Saalkirche entstand ab dem 15. Jahrhundert eine polygonale Wehrmauer mit Wehrgang und drei Türmen sowie einem Torturm. Auf der Westseite verstärkte ein zweiter zehn Meter hoher Bering die Anlage, die einen Zwinger einschloss.

Wehrturm
Im Südosten der Wehrmauer steht der Torturm mit einem Wehrgang unter dem Pyramidendach. Nach einem Bericht
des Pfarrers Schullerus, war im19. Jahrhunderts noch die Jahreszahl 1683 zu lesen. Im Turm befindet sich eine Turmuhr von 1802 vom Schäßburger Matthias Schranz.

Evangelische Kirche
Den Innerraum des Sakralbaus erreicht man über das südliche Portal unter einem barocken Vorbau. Die Saalkirche mit eingezogenem Chor hat eine klassizistische Ausstattung, die barocke Prause Orgel wurde an die evangelische Kirche nach Bukarest verlagert.

Altar
Der klassizistische Altar wurde 1832 geweiht. Das Mittelbild, der predigende Heiland
, wird von Säulenpaaren umrahmt. Im Spitzgiebel der Bekrönung ist ein Auge Gottes angebracht.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos