Meschen / Moşna / Szászmusna

Am südlichen Zufluss der Großen Kokel, dem Meschner Bach, liegt Meschen an einer Handelstrasse, die das Weinland mit dem Fogarascher Land verbindet. Die Gemeinde wurde erstmals 1283 erwähnt. Zwischen Meschen und Furkeschdorf beginnt eine Auseinandersetzung um ein Flurstück, die 1470 durch die Übersiedlung der Furkeschdorfer nach Meschen endet. Dabei erhält Meschen die Hälfte der Gemarkung von dem aufgelassenen Dorf. Erneut vergrößert die Gemeinde seine Gemarkung durch die Übernahme der Hälfte der Flächen von Weißdorf, einer Gemeinde die schon einige Zeit unbesiedelt war. 1532 wurden in Meschen 235 Hauswirte gezählt. Eine besondere Blütezeit erreichte der Marktort bis ins 16. Jahrhundert, als zahlreiche Zünfte das Wirtschaftsleben prägten. Der König verleiht 1554 Meschen das Recht, einen zweiten Jahrmarkt am Laurentiustag abzuhalten und sich Marktflecken zu bezeichnen. Als 1664 Soldaten des Fürsten Apafi 22 Wochen in der Gemeinde lagern, vermerkt der Chronist dass ihr gottloses Leben auch das der barbarischen Völker weit übertroffen hatte. Im 18. Jahrhundert leidet der Ort unter den Kurutzen, der Pest und einem Großbrand, der über 100 Wohnhäuser zerstört. Um der Steuerpflicht nachzukommen, muss die Gemeinde einen Kredit aufnehmen. Durch den wirtschaftlichen Niedergang des Weinbaus wanderten etwa 350 Personen um die Wende zum 20. Jahrhundert nach Amerika aus. Im Jahr 1850 verzeichnet die Bevölkerungsstatistik 1.605 Einwohner, 1930 waren es 2.142 (davon 1.302 Deutsche, 821 Rumänen, 18 Ungarn) Meschen. 2011 lebten in der Gemeinde 3.335 Einwohner, davon 51 Deutsche.

Wehrkirche
Am Ende des 15. Jahrhunderts begannen unter Leitung des Baumeisters Andreas aus Hermannstadt Umbauten der ersten gotischen Basilika. Es entstand eine dreischiffige Hallenkirche mit wertvoller Bauplastik. Im Zuge der Befestigung errichtete die Gemeinde im folgenden Jahrhundert ein Wehrgeschoss über dem Chor, eine Ringmauer mit fünf Türmen und Basteien, sowie einen Zwinger.

Blick zum Chor
Ein Netzgewölbe überspannen Chor, Langhaus und Seitenschiffe der Hallenkirche. Das Gewölbe der Hallenkirche wird von vier Säulenpaaren getragen. Auf der nördlichen Chorwand erhebt sich das gotische Sakramentshaus, im Osten der neoklassizistische Altar von 1834.

Sakristei-Türstock
Der das Portal krönende Kielbogen läuft in einer gespaltenen Kreuzblume aus. Der Sakristei-Türstock trägt das Monogramm des ALH des Bildhauers Andreas Lapicida Hermannstadt.

Wehrgang der Kirchenburgmauer
Im Inneren der Ringmauer, unter der Dachschräge, verläuft der Wehrgang auf Rundbögen.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos