Michelsdorf / Boarta / Mihályfalva

Dorf und evangelische Kirche
Östlich von Marktschelken im Kaltbachtal, an der Straße die Marktschelken mit Agnetheln verbindet liegt Michelsdorf. Michelsdorf war im Mittelalter eine Grundherrschaft im Besitz der Adligen von Bell und Kaltwasser, sowie der mächtige Gräfen von Hetzeldorf. 1347 ist die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft. Grundherrin war die Adlige Kryathin. Mehrmals wechseln die Grundherrn zwischen den in Bell und Kaltwasser ansässigen Adligen, beziehungsweise dem Weißenburger Kapitel und den Hetzeldorfer Gräfen. In der Wirren der Krieges 1529 wurde die Gemeinde niedergebrannt und Fürst Johann I. Szápolyai schenkt das Dorf den Grafen Bethlen. Rechts vom Kaltbach, auf einer hohen Bachterrasse, liegt die alte Steinkirche, die während eines Türkeneinfalls zerstört wurde. Sie hatte eine einfache Ringmauer, die im 19. Jahrhundert als Steinbruch für den Bau des Pfarrhauses diente. Um die Ruine befindet sich der evangelische Friedhof. 1850 lebten in Michelsdorf 779 Einwohner. Die Volkszählung erhebt 1930 eine Gesamteinwohnerzahl von 711 Personen, davon waren 464 Rumänen, 135 Deutsche, 106 Ungarn und sechs Juden.

Evangelische Kirche
Die neue Kirche entstand im 17. Jahrhundert und liegt im südlichen Teil des Dorfers am Schnittpunkt zweier Gassen. Die Ausstattung ist weitgehend aus dem 19. Jahrhundert, wobei der Altar wegen seiner Thematik eine Sonderstellung in der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenkunst hat.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos