Petersdorf / Petis / Kispéterfalva

Dorf und Kirchenburg
An einem östlichen Zufluss des Weißbachs, an den waldreichen Ausläufern des Harbach-Hochlandes, liegt Petersdorf. Die Gemeinde scheint eine Gründung sächsischer Gräfen, ein niederer Adel der mit den Siedlern auswanderte. Scheinbar lebten die sächsischen Siedler im benachbarten Rependorf, etwas westlich von Petersdorf. Der Sage nach wurde Rependorf von den Bewohnern des benachbarten Kaltwasser niedergebrannt und so wurde die Tochtersiedlung neu begründet. Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft erfolgte 1336. In dem Dokument ist Gräf Nikolaus von Talmesch als Grundherr von Petersdorf erwähnt. Einige Jahre später wird als Besitzer des Ortes Gräf Peter von Birthälm erwähnt. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts verkauft der Adlige Petersdorf an den Hermannstädter Königsrichter Peter von Rothberg für 1.000 Gulden. Dieser wiederum verpfändet den Ort weiter an den Hermannstädter Bürger Paul Horwath. Klara von Rothberg, die Witwe von Peter, erreicht bei König Matthias die Unterstellung von Petersdorf unter die Gerichtsbarkeit der Sieben Stühle. Trotz diesem königlichen Schutz wurde 1525 das Dorf erneut Adelsbesitz der Familie Gerendi und erlangt erst mit der Auflösung der Leibeigenschaft während der 1848er Revolution die Freiheit. Wegen dem unwürdigen Verhalten eines Pfarrers wenden sich 16 Familien 1880 der katholischen Konfession zu. Die Flurbereinigung wurde 1903 durchgeführt. 1930 betrug die Einwohnerzahl 522, davon waren 380 Deutsche, 141 Rumänen und ein Ungar. Die Landflucht setzte schon seit der Zwischenkriegszeit ein, sodass die Pfarrer von Petersdorf auch Bell, Michelsdorf und Engenthal mitbetreuen mussten.

Evangelische Kirche
Der erste Kirchenbau, geweiht dem hl. Quirinus, war eine romanische Kirche mit einem freistehenden Glockenturm, Reste davon haben sich im Pfarrgarten erhalten. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts war der Sakralbau baufällig und wurde aufgelassen. Mit Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins wurde 1890 die heutige Saalkirche mit Glockenturm errichtet.

Innenansicht der evangelischen Kirche
Ein Flachdecke überspannt den gesamten Sakralraum, der Chor ist halbkreisförmig geschlossen. Auf der West- und Südseite wurde eine Holzempore angebracht. Der Altar von 1713 stammt noch aus dem Vorgängerbau. Franz Resch erwarb 1894 die Orgel der Elisabethkirche von 1720 in Hermannstadt und lässt sie durch die Firma Hörbiger aufstellen.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos