Schaal / Şoala / Sálya

Dorf und Kirchenburg
In einem rechten Seitental des Weißbachs, am Schaaler Bach, liegt die ursprünglich hörige Gemeinde Schaal. Das Straßendorf besteht aus einer Hauptgasse und einer sehr kurzen Nebengasse. Kirchlich gehörte Schaal zum Schelker Dekanat und verwaltungsmäßig zum Mediascher Stuhl. Schaal ist heute eine Ortslage der Gemeinde Frauendorf im Landkreis Sibiu. Bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1331 war Schaal im Besitz der Burgberger Gräfen. Der Ort erkaufte sich seine Freiheit für 400 Gulden im Jahre 1368. In Schaal lebten 1516 49 Hauswirte, zehn Witwen, ein Hirte und ein Schulmeister, im Jahr 1532 steigt die Einwohnerzahl minimal auf 50 Hauswirte. Wegen der relativ kleinen Gemarkung hatte Schaal ständig Auseinandersetzungen mit den Nachbargemeinden Arbegen, Marktschelken und Wurmloch. Mehrmals wurde der Ort von Großbränden heimgesucht: 1694, zu Beginn des 18. Jahrhunderts und 1834. Im Jahr 1753 wurden zwei Frauen wegen Hexerei vor Gericht gestellt und mangels Beweisen vom Königsboden verbannt. 1850 zählte Schaal 883 Einwohner. 1930 waren von insgesamt 816 Einwohnern 498 Deutsche, 233 Rumänen und 85 Roma. 1992 lebten in der Gemeinde 331 Einwohner, davon waren 29 Deutsche. 2002 hatte Schaal 314 Einwohner, davon waren 301 Rumänen, 8 Deutsche und 5 Roma.

Kirchenburg
In der Mitte verbreitert sich die Hauptstraße und bildet einen dreieckigen Platz, von dessen Nordostseite ein Weg zu der Kirchenburg auf die den Ort beherrschenden Anhöhe führt. Die der hl. Ursula geweihte Kirche ist spätgotisch. Ihr Wiederaufbau (mit gleichzeitiger Verlängerung nach Westen) nach der Zerstörung durch einen Brand fällt in die Jahre 1832 bis 1834. Die Glocken hängen in einem hölzernen Glockenstuhl im Burghof. Ein polygonaler Mauerring (Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts) mit drei Türmen umgibt die Kirche.

Innenansicht
Nach dem Brand von 1782 wurde die Kirche durch dem Schaaler Baumeister Johann Pelger wieder aufgebaut. Das Langhaus wurde nach Westen verlängert und erhielt eine Flachdecke. Die auf der Südseite gelegene Sakristei hatte einen Glockenturm, der 1883 abgebaut wurde. Den klassizistischen Altar schuf Wilhelm Schadhauer 1845.

Kanzel
Über dem gemauerten Kanzelkorb wurde ein spätbarocker Schalldeckel angebracht.

Taufstein
Der Taufstein ist im Stil der Renaissance und 1527 datiert.

Orgel
Die Orgel mit dem klassizistischen Prospekt baute der Kronstädter Heinrich Maywald 1851.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos