Schmiegen / Smig / Somogyom

Dorf und evangelische Kirche
An einem nördlichen Zufluss der Großen Kokel liegt Schmiegen an einer Berglehne, des Kokelburger Höhenzugs. In einer Urkunde des Königs Karl Robert wird Schmiegen 1317 unter besonderen Schutz 1317 gestellt. Aus dieser ist ersichtlich, dass der Ort im Besitz von Ban Symon ist, einem hohen Würdenträger des ungarischen Königshauses. Nach einem Teilungsvertrag fällt Schmiegen 1364 an den Enkel Michael von Almaschken (Alma). Erneut wechselt der Ort Anfang des 16. Jahrhunderts den Eigentümer, diesmal geht er in den Besitz der Hetzeldorfer Gräfen Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wurde in der Kirche ein neuer Altar aufgestellt. In der Folgezeit sind keine urkundlichen Nachrichten überliefert. Erst 1775 hält Pfarrer Stephan Schuster fest, dass sein Vorgänger Johann Bell „aus Gründen, die ich aus Nächstenliebe übergehe“ abgesetzt wurde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist Schmiegen im Besitz der Familie Haller. Ein Großbrand zerstört 1861 fast alle Häuser, Pfarrhaus und Schule brennen ab. Einige Jahre danach wird das Dorf von einer Überschwemmung heimgesucht, die den Glockenturm zum Einsturz bringt. Die evangelische Kirchengemeinde erholt sich von diesen Schicksalsschlägen nicht mehr, die Pfarrei wird aufgelöst und an die Kirchengemeinde Pretai angeschlossen.

Evangelische Kirche
Der heutige Sakralbau hatte einen Vorgängerbau, eine Marienkirche, für die Papst Clemens VII. 1390 einen Ablass erteilt. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts entstand wohl die turmlose Saalkirche mit eingezogenem Chor und dem gotischen Süd- und Westportal.

Gesamtansicht mit  dem davorstehenden Glockenturm

Wandgemälde
An der Südwand des Chores sind Teile der vorreformatorischen Wandgemälde erhalten. Diese wurden anlässlich der Renovierung 1859 übertüncht. Zu erkennen ist der hl. Christophorus.

Die gotische Sakrament Nische mit Maßwerkgiebel wird von seitlichen Fialen begrenzt.

Flügelaltar Festtagsseite
Der vorreformatorische Flügelaltar wurde 1909 aus der Kirche entfernt und der Stadt Schäßburg geschenkt. Geplant war, den Altar in der Bergkirche aufzustellen. Das Vorhaben wurde nie umgesetzt. 1956 wurde er für fünf Jahre dem Nationalen Kunstmuseum in Bukarest geliehen, wo er sich noch heute befindet. Auf der Predella ist in einem Landschaftsrahmen die Szene mit dem Abschied Jesus Christus von der Mutter Gottes dargestellt. Im Altarschrein steht eine Statue der Madonna mit dem Jesuskind. Vier schmale Bildtafeln umgeben den Schrein. Darauf finden sich die hl. Anna Selbdritt, der hl. Georg, die hl. Margaretha, und der hl. König Stephan. Auf dem linken Flügel wird die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth und darunter die Geburt gezeigt. Der rechte Flügel präsentiert die Anbetung des Jesuskindes durch die Hl. Drei Könige. Auf der Werktagsseite ist die Passionsgeschichte auf acht Tafeln dargestellt: Abendmahl, Gebet am Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung, Kreuztragung, Kreuzigung, Kreuzabnahme und Auferstehung.

Evangelische Kirche
1859 wurde der Sakralbau umgebaut. Das gotische Gewölbe wird durch eine Flachdecke im Saal ersetzt. Dabei wurden die Wandgemälde übertüncht. Der heutige Altar datiert 1909 und hat als Hauptbild den Heiland als Heilsbringer, gemalt vom Hermannstädter Arthur Coulin.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos