Scholten / Cenade / Ssászcsanád

Dorf und Kirchenburg
Am Scholtener Bach, einem südlichen Zufluss der der Großen Kokel, liegt der Ort zwischen den sanften Ausläufern des Zekescher Hochlandes in einem weitläufigen Tal. Die Ortschaft war im Mittelalter im Besitz der Zisterzienserabtei Egresch (Igriş) im Banat und kam nach der Auflösung der Abtei um 1500 zum Bistum Tschanad (Cenad), dem Domherrn in Weißenburg und blieb bis zur Auflösung der Leibeigenschaft in adligen Besitz der Familie Teleki. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1319 in einer königlichen Urkunde von Karl Robert von Anjou. 1335 erscheint die Gemeinde erneut in einer päpstlichen Quelle. König Matthias Corvinus urkundet für die Stadt Bistritz aus Scholten. 1582 wird die Präsenz einer Knabenschule erwähnt. Während der Kurutzenkriegen wurde das Dorf in Mitleidenschaft gezogen. Erst in der zweiten Hälfte der 19. Jahrhunderts, nach der Flurbereinigung von 1888, erlebt der Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1850 lebten in Scholten 1.436 Menschen, 1930 hatte der Ort eine Gesamtbevölkerung von 2.184 Einwohnern, davon waren 1.358 Rumänen, 666 Deutsche 46 Ungarn und 114 Roma. Scholten ist eine Gemeinde im Landkreis Alba und verfügt nach der letzten Volkszählung von 2011 über eine Gesamteinwohnerzahl von 943, davon waren 29 Deutsche.

Kirchenburg Scholten
Auf einer Berglehne an der Hauptstraße entstand im 15. Jahrhundert eine gotische Saalkirche mit westlichem Glockenturm. Sie erhielt im folgenden Jahrhundert eine ovale Ringmauer mit Torturm. Um die Wende zum 20. Jahrhundert war die Kirche stark baufällig geworden. Der Glockenturm musste wegen Einsturzgefahr abgetragen werden, seinen Dienst erfüllt heute ein hölzernes Türmchen auf der Südseite der Kirche. Die Umfassungsmauer ist größtenteils eingestürzt und dient als Steinbruch.

Evangelische Kirche
Die  der hl. Maria geweihte Kirche ist heute eine turmlose Saalkirche mit einem neu errichteten Chor von 1906. Nach merehreren Renovierungen ist der Sakralbau in einem sehr guten Zustand.

Westfassade
Der Turm vor der Westfassade stürtzte 1860 ein und wurde nicht mehr aufgebaut.

Wehrmauer
Das Gotteshaus umgab ein ovaler Bering, der seit dem 20. Jahrhundert zum großen Teil eingestürzt ist. Der Torturm befand sich auf der Südwestseite.

Langhaus
Umlaufende Emporen vergößern den Kirchenraum. Auf einer Tafel findet sich die Jahreszahl 1794. Die Westempore stiftete 1863 Michael Reichhart. Hier wurde einen neue Orgel 1917 von Otto Rieger aus Jägerndorf/Krnov (Schlesien) aufgestellt.

Altar
Der Ädikula-Altar stammt aus dem 18. Jahrhundert. Doppelsäulen umrahmen das Mittelbild mit einer Kreuzigung.

Taufbecken
Das steinerne Taufbecken hat eine Kelchform und wird von einem bemalten Deckel gedeckt.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos