Schorsten / Sorostin

Ortsname
Folgende Ortsnamenbezeichnungen lassen sich urkundlich nachweisen: 1311/41: „Sorensten“
1416 „Soristen“
1470 „Sorosthyn“
1530 „Schoresten“
1599 „Sorostein“.
Der Name steht mit dem Wort Schornstein in Verbindung. Von Schornstein ist auch der ungarische Name Sorostely und der rumänische Name Şoroştin abzuleiten.

Geschichtliches
1311-1342 ist Schorsten nach den verstorbenen Woiwoden, an König Karl Robert gefallen. Schorsten war eine untertänige Gemeinde und schon seit längerer Zeit eine Besitzung der westlich von Arad gelegenen Egrescher Abtei war. Bei dieser Gelegenheit wird der Ort das erste mal urkundlich erwähnt.
Um das Jahr 1335 wird der Ort das erste mal als Bestandteil des Schelker Dekanates genannt.
Auf dem Hattert von Schorsten befindet sich der von Rumänen bewohnte Weiler „Sedincă“. Im Jahr 1883 hat man daselbst die Grundmauern einer Kirche ausgegraben, die auf einen romanischen Grundriss hindeuten. 

Kirche
Im 18. Jahrhundert erfolgte der Umbau der alten Kirche, die romanisch Types gewesen sein soll. Abseits von der Kirche soll sich ein Glockenturm befunden haben. Die Kirche war von einer Mauer umgeben. Sie stand im heutigen an Gassenseite gelegenen Pfarrgarten.
Das Jahr 1510 ist in einer Nische der jetzigen Kirche zu sehen.
1856 wird die alte Kirche wegen Einsturzgefahr gesperrt.
1856-1877 wird das Kirchengewölbe mit Bäumen eingestoßen. Infolge davon fiel die Wand der Nordseite alsbald in sich ein.
1877 stehen von Chor und Schiff noch die Mauertrümmer der Südseite. Sie haben Rundbogenfenster. Das Dach der alten Kirche schützt den Notbau der neuen Holzkirche.
Das Südportal ist noch vorhanden. Über ihm sind Bildreste sichtbar.
1880-1881 wird durch Baumeister Wilhelm Melas die heutige evangelische Kirche gebaut. Es ist eine einfache Saalkirche mit angebautem Glockenturm und Pyramidenblechdach.
1882 wird die neugebaute Kirche durch Bischof G.D. Teutsch eingeweiht.
1955 werden die Kirchenmauern gründlich repariert.
Altar
Es ist ein Flügelaltar vorhanden, der in der Zeit um 1500 hergestellt worden ist. Gut erhalten hat sich das geschnitzte Ornament, das oben an die Altarnische anschließt.
Sakramentsnische
An der Nordwand des Chors ist die Sakramentsnische aus dem alten Gotteshaus angebracht. Sie ist von einem breiten Spitzbogen überhöht.
Taufbecken
Ein achteckiges großes Taufbecken aus Stein ist vorhanden. Es ist sehr schwer und stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert.
Glocken
Die kleinste Glocke stammt aus dem Jahr 1568. Sie hängt im Turm.
Die große und mittlere Glocke stammen aus dem Jahr 1924. 

Kirchenburg
Von der abgetragenen Kirchenburg erfährt durch mündliche Überlieferung, dass sie aus einer Umfassungsmauer und einem Wehrturm bestand, der nicht unmittelbar neben der Kirche stand und gleichzeitig Glockenturm war.

Es heißt dass ein Hünenmädchen hatte ein Pflugrad von der Kitschura 1 ½ Kilometer weit geworfen;
An der höchsten Stelle von der „Kitschura“ war eine Festung. Ein alter Mann kannte den Eingang;
Im „Giertenwald“ sind zwei Brunnen, in denen sich mit Gold gefüllte Büffelhörner befinden.

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Fotos: A. Kloos