Wurmloch / Valea Viilor / Nagybaromlak

Dorf und Kirchenburg
Die deutschen Kolonistensiedlungen entstanden als geschlossene Dorfanlagen, meist als Zeilen- und Straßendörfer, Anger- oder Platzdörfer, die sich dem Gelände anpassten. Das Straßendorf Wurmloch liegt in einem südlichen Seitental der Großen Kokel. Hänge, die in bewaldete Hochflächen übergehen, fassen das enge Tal ein. Drei Straßen münden in einen Platz mit der Kirchenburg und den Gemeinschaftsbauten Rathaus, Pfarrhaus und Schule. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1263. Zu dem Zeitpunkt war das Dorf noch eine Grundherrschaft eines siebenbürgischen Adligen. Als 1357 der Ortspfarrer Gerhardus de Wurmloch an einer Versammlung der Pfarrer der Kapitels Schelken teilnahm, hatte die Gemeinde die Leibeigenschaft abgeschüttelt und wurde in den Schelker Stuhl (Verwaltungsbezirk) aufgenommen. Bis ins 16. Jahrhundert dauert ein Flurstreit mit dem Nachbarort Mortesdorf. Auch musste sich Wurmloch gegen Übergriffe der Weißenburger Bischofs wehren. 1532 leben in der Gemeinde 122 Hauswirte. Im 17. Jahrhundert ist Wurmloch verarmt, so dass der siebenbürgische Fürst den Ort unter einen besonderen Schutz stellte. Der Pest von 1719 fallen Pfarrer Paulus Ridelius und seine Gattin zum Opfer. Erst im 19. Jahrhundert beginnt der Ort sich wirtschaftlich zu erholen. 1869 fand in der Gemeinde der erste evangelisch-sächsische Lehrerfortbildungskurs mit 58 Teilnehmern statt. Die Flurbereinigung wurde 1900 abgeschlossen. Die Volkszählung von 1930 verzeichnete in der Gemeinde bei einer Gesamtbevölkerung von 1.521 Personen, 760 Deutsche, 2011 zählte der Ort 1.873 Bewohner, davon 12 Deutsche.
Selten weist eine siebenbürgisch-sächsische Kirchenburg ein so durchdachtes und zugleich formschönes Wehrsystem auf. Aufgrund ihren fast vollständig erhaltenen Elementen und Ausstattung wurde die Kirchenburg Wurmloch 1999 in das Welterbe aufgenommen.

Kirchenburg
Die Peterskirche aus dem späten 13. Jahrhundert befestigte die Dorfgemeinschaft im 16. Jahrhundert. Über dem Chor und dem Langhaus entstanden von Bogen und Strebepfeilern getragene Wehrgeschosse, versehen mit Schieß- und Gussscharten. Eine ovale Ringmauer mit Außentürmen umgibt die Kirche.

Ringmauer der Kirchenburg
Ein einfacher etwa sieben Meter hoher Bering umschließt den Sakralbau. Auf der Südseite ruht der überdachte Wehrgang auf Arkadenbogen. Vom Wehrgang bedienten die Verteidiger die rechteckigen Schießscharten und die kleinen Gusserker nach außen.

Evangelische Kirche
In der heutigen Form entspricht sie einer spätgotischen Kirche mit schlankem Glockenturm. Ein Netzgewölbe überspannt das Langhaus. Seitlich sind Emporen auf Holzpfeilern angebracht. Der Orgelbauer Melchior Achxs baute die Orgel 1807/08. Im Chor stehen eine Sakramentsnische von 1504 und ein Renaissance-Gestühl von 1528.
Sakramentnische
Die Steineinfassung der Sakramentnische hat im oberen Teil einen Relief mit Christus als Schmerzensmann, ähnlich der Chornischen in den evangelischen Kirchen Baaßen, Eibesdorf und Tobsdorf.

Altar
Der barocke Altar im Chor schuf der Schäßburger Meister Stephan Folbarth. Korinthische Säulen um rahmen das Mittelbild, eine Kreuzigung. In den Nischen zwischen den Säulen finden sich die Statuen des Evangelisten Johannes und des Apostel Paulus. Die Predella führt die Szene mit dem letzten Abendmahl, im oberen Register schwebt eine Taube als Zeichen des Heiligen Geistes, darüber das Symbol der hl. Dreifaltigkeit.

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Text: M. Rill, Fotos: G. Gerster, M. Rill, A. Kloos

Eine Legende erzählt dass:
unterhalb der „Pfaffenburg“ sich der „Räuberbrunnen“ befindet. Hier hausten einst Pferdediebe, zu denen auch Rumänen und Sachsen aus Wurmloch gehörten. Die Gemeinde musste diesen Dieben eine jährliche Abgabe entrichten, um von Pferdediebstählen verschont zu bleiben.
Herzlich Willkommen in Wurmloch! Gelegen in einem südlichen Seitental der Grossen Kokel, befindet sich Wurmloch auf dem Weg von Mediasch nach Kleinkopisch. 5 km von der Nationalstrasse entfert, bietet die Gegend bei Wurmloch eine Region wo man sich wie in der Vergangenheit fühlt. Wenn man die schönen Dorflandschaften durchquert, bleibst Du mit Sicherheit tief beeindruckt!Die Kirchenburg in Wurmloch gehört zum Unesco Weltkulturerbe. In der Kirche kann man den Altar, der von Johann Folberth gebaut wurde, bewundern. Rings um die Kirche wurde eine 7 m hohe Mauer gebaut, zwei Basteien und eine zweigeschössige Toreinfarht. Wenn Du auf den Sonnenuntergang wartest, dann erlebst Du mit Sicherheit eine schön-beleuchtete Kirche, die dich in eine idyllische vergangene Zeit trägt.

Wenn wir Dich überzeugt haben und Du Wurmloch besichtigen möchtest, die Führungen werden von unser lieben Frau Schneider durchgeführt, die Dir stolz die Geschichte der Wurmlocher Kirchenburg erzählen wird.

Kontaktdaten:
Evangelisches Bezirkskonsistorium A.B. Medias
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